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Phasenplan

Fertighaus sanieren in fünf Phasen: Wer wann was prüft

Fünf Phasen von der Hausakte bis zum Förderantrag – mit Zeitpunkt, Zuständigen und dem Ergebnis, das am Ende jeder Phase vorliegen sollte.

Etappe aktualisiert: 6 Min. LesezeitRedaktion Fertighaus energetisch sanieren

Beim älteren Fertighaus kommt die Prüfung vor der Maßnahme. Der Ablauf hat fünf Phasen: Hausakte anlegen, Bauart klären, Bestandsaufnahme vor Ort, Material und Feuchte klären, dann Konzept und Förderantrag. Wer eine Phase überspringt, plant auf Annahmen.

Der Ablauf auf einen Blick

Phase Zeitpunkt Zuständig Ergebnis
1 Hausakte vor dem ersten Termin mit Fachleuten Sie Mappe mit Plänen, Baubeschreibung, Nachweisen
2 Bauart vor der Bestandsaufnahme Sie, bestätigt durch Fachleute Bauweise und Wandaufbau festgehalten
3 Bestandsaufnahme nach Phase 1 und 2; bei geförderter Beratung nach dem Förderantrag Energieeffizienz-Experte Zustand aller Bauteile, offene Fragen
4 Material und Feuchte bevor Bauteile geöffnet oder gedämmt werden Sachverständige, Energieeffizienz-Experte, Zimmerei Materialbefund, Berechnung zum Feuchteschutz
5 Konzept und Antrag vor der verbindlichen Auftragsvergabe Energieeffizienz-Experte und Sie Maßnahmenplan, Förderantrag, Auftrag mit Förderklausel

Phase 1: Die Hausakte anlegen

Zeitpunkt: bevor Sie Fachleute ins Haus holen. Zuständig: Sie.

Sammeln Sie alles, was über Ihr Haus Auskunft gibt: Baugenehmigung und Pläne, die Baubeschreibung des Herstellers, Kauf- oder Lieferunterlagen, Rechnungen und Fotos späterer Umbauten, Verbrauchsabrechnungen der letzten Jahre und Unterlagen vom Schornsteinfeger. Ein vorhandener Energieausweis gehört ebenfalls dazu.

Das Datum des Bauantrags brauchen Sie auch für die Förderung. Die BAFA fördert Einzelmaßnahmen an Bestandsgebäuden, deren Bauantrag mindestens fünf Jahre zurückliegt. Eine Sonderregel für Fertighäuser nennt sie nicht.

Ergebnis: eine Mappe, die Fachleute beim ersten Termin durchsehen können, und eine Liste der Lücken.

Phase 2: Die Bauart klären

Zeitpunkt: vor der Bestandsaufnahme. Zuständig: Sie anhand der Unterlagen, bestätigt durch Energieberater oder Zimmerei.

Holztafelbau, eine andere Fertigbauweise oder ein späterer Anbau in anderer Bauart? Die Antwort entscheidet, welche Dämmung überhaupt infrage kommt und wie der Feuchteschutz geplant werden muss. Wichtig sind der Aufbau der Außenwände, die Dachkonstruktion und der Übergang zum Keller.

Ergebnis: eine Skizze des Wandaufbaus mit Fragezeichen dort, wo die Unterlagen schweigen. Wie Sie die Bauart bestimmen, steht im Beitrag Holztafelbau oder nicht?

Phase 3: Bestandsaufnahme vor Ort

Zeitpunkt: nach Phase 1 und 2. Zuständig: ein Energieeffizienz-Experte aus der Energieeffizienz-Expertenliste.

Der Energieberater nimmt das Haus Bauteil für Bauteil auf. Laut energie-fachberater.de liegen die typischen Schwachpunkte älterer Fertighäuser im Keller ohne Abdichtung, in durchnässter Dämmung am Sockel, in einer Wanddämmung weit unter heutigem Standard, im zugigen Dach und in veralteter Haustechnik.

Die Beratung wird gefördert: Die BAFA übernimmt 50 % des Honorars, beim Ein- oder Zweifamilienhaus höchstens 650 €. Den Antrag stellen Sie, bevor Sie den Beratungsvertrag schließen – selbst oder mit Vollmacht durch den Berater. Das Honorar zahlen Sie zunächst in voller Höhe, der Zuschuss wird danach an Sie ausgezahlt.

Zeitachse: Die aktuelle Förderrichtlinie für die Energieberatung endet zum 31.12.2026. Eine Nachfolgeregel war bei Redaktionsschluss nicht bekannt.

Ergebnis: ein Befund je Bauteil und eine Liste offener Fragen für Phase 4, bei geförderter Beratung zusätzlich ein individueller Sanierungsfahrplan.

Welche Phase steht bei Ihrem Fertighaus an?

Der Fachbetrieb sichtet mit Ihnen die Unterlagen, ordnet die Bauart ein und bespricht, welche Prüfungen vor einer Empfehlung nötig sind.

Prüfplan besprechen

Kostenlos und unverbindlich. Es meldet sich der Fachbetrieb, der diese Website betreibt – Name und Anschrift stehen im Impressum.

Phase 4: Material und Feuchte klären

Zeitpunkt: bevor ein Bauteil geöffnet, gedämmt oder ersetzt wird. Zuständig: Sachverständige für Materialfragen, Energieeffizienz-Experte, Zimmerei.

Laut Verbraucherzentrale NRW schrieb die DIN 68800 von 1956 bis 1989 vor, alle tragenden Holzbauteile mit Holzschutzmitteln zu behandeln. Für die Sanierung älterer Fertighäuser rät die Verbraucherzentrale NRW zu Materialanalysen und zu einem Sanierungskonzept bei einem Sachverständigen, der nicht für Sanierungsfirmen arbeitet. Außerdem empfiehlt sie, die Sanierungskosten mit Abriss und Neubau zu vergleichen.

Die zweite Frage ist die Feuchte. Wird eine Holztafelwand nachträglich gedämmt, verschieben sich die Temperaturen im Bauteil – und damit die Stellen, an denen sich Feuchte niederschlagen kann. Für die Dämmung empfiehlt fertighaus.de dringend eine Dampfdiffusionsberechnung und rät, Zimmerei, Energieeffizienz-Experten und Sachverständige einzubinden.

Ergebnis: ein Materialbefund, eine Berechnung, welche Dämmung der Wandaufbau verträgt, und eine erste Abwägung zwischen Sanierung und Neubau.

Phase 5: Konzept, Antrag, Auftrag

Zeitpunkt: nach Phase 4, vor jeder verbindlichen Auftragsvergabe. Zuständig: Energieeffizienz-Experte für Planung und technische Projektbeschreibung, Sie für den Antrag.

  1. Maßnahmen festlegen. Was zuerst kommt, ergibt sich aus Befund und Berechnung – nicht aus einer Faustregel.
  2. Angebote einholen. Das ist vor dem Antrag erlaubt.
  3. Technische Projektbeschreibung erstellen lassen. Für Dämmung und Fenster übernimmt das der Energieeffizienz-Experte. Ihre TPB-ID bleibt zwei Monate gültig – in dieser Zeit sollte der Antrag gestellt sein.
  4. Antrag stellen. Im BAFA-Portal, selbst oder über eine bevollmächtigte Person, und zwar vor Vorhabenbeginn. Der Liefer- oder Leistungsvertrag braucht eine Bedingung zur Förderzusage.
  5. Umsetzen und nachweisen. Der Bewilligungszeitraum beträgt 36 Monate ab Zuwendungsbescheid, der Verwendungsnachweis folgt spätestens sechs Monate nach dessen Ablauf.

Für die Dämmung zahlt die BAFA seit 21.07.2026 einen Zuschuss von 15 % der förderfähigen Ausgaben. Beim Einfamilienhaus zählen ohne Sanierungsfahrplan höchstens 30.000 € je Kalenderjahr, mit Fahrplan bis zu 60.000 €. Unsere Beispielrechnung: höchstens 4.500 € Zuschuss ohne und 10.500 € mit Fahrplan, denn der Bonus von 5 Prozentpunkten greift nur auf die Ausgaben über 30.000 €.

Planung und Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Experten fördert die BAFA mit 50 %; beim Ein- oder Zweifamilienhaus zählen dafür bis zu 5.000 €. Fragen Sie, ob die Berechnung zum Feuchteschutz Teil dieser Fachplanung ist.

Ergebnis: ein gestellter Antrag, ein Auftrag mit Förderklausel und im besten Fall schon die Bewilligung. Wer vor der Bewilligung mit den Arbeiten beginnt, tut das auf eigenes Risiko.

Die Zeitachse mit festen Daten

Datum oder Frist Bedeutung für Ihr Fertighaus
31.12.2026 Ende der aktuellen Förderrichtlinie für die Energieberatung
zwei Monate Gültigkeit der TPB-ID, mit der Sie den BAFA-Antrag stellen
36 Monate Bewilligungszeitraum ab Zuwendungsbescheid
sechs Monate danach spätester Termin für den Verwendungsnachweis
15 Jahre Zeitraum, in dem Maßnahmen aus einem geförderten Fahrplan umgesetzt sein müssen, damit der Bonus greift

Alle übrigen Abstände zwischen den Phasen hängen an Ihrem Haus und an den Terminen der Beteiligten. Deshalb nennen wir dafür keine Wochen oder Monate.

Wer was macht: die Rollen im Überblick

Wer Aufgabe Phase
Sie Hausakte anlegen, Anträge stellen, Entscheidungen treffen 1, 2 und 5
Bauamt Einsicht in die Bauakte gewähren 1
Energieeffizienz-Experte Bestandsaufnahme, Sanierungsfahrplan, technische Projektbeschreibung, Fachplanung und Baubegleitung 3 bis 5
Zimmerei Bauart bestätigen, Holzkonstruktion beurteilen, später die Dämmung ausführen 2, 4 und Umsetzung
Sachverständige für Materialfragen Materialanalysen und Sanierungskonzept 4
Fachbetriebe für Heizung und Elektro Haustechnik aufnehmen, Heizlast ermitteln, Angebote erstellen 3 und 5

Entscheidend ist die Übergabe zwischen den Rollen. Jede Phase endet mit einem schriftlichen Ergebnis, das die nächste Stelle weiterverwendet. Fehlt es, beginnt die nächste Phase mit Vermutungen – und genau die soll der Phasenplan vermeiden.

Halten Sie deshalb jedes Ergebnis in der Hausakte fest, auch wenn es nur eine Notiz nach einem Telefonat ist. So bleibt der Faden erhalten, wenn zwischen zwei Phasen Zeit vergeht oder ein Beteiligter wechselt.

Die Prüfliste fasst die fünf Phasen in zehn Aufträgen zusammen:

Prüfliste: zehn Aufträge vor der Sanierung

Was vor einer Empfehlung zu Dämmung, Fenstern oder Heizung geklärt sein sollte – sortiert nach dem Phasenplan. Die Häkchen dienen nur dem Überblick und werden nicht gespeichert.

  • Darin stehen das Datum des Bauantrags und die Pläne, auf denen jede weitere Prüfung aufbaut.

  • Im besten Fall beschreibt sie den Aufbau von Wänden, Decken und Dach Schicht für Schicht.

  • Von der Bauart hängt ab, welche Dämmung infrage kommt und wie der Feuchteschutz geplant wird.

  • Neue Fenster, ein gedämmtes Dach oder ein Anbau verändern die Ausgangslage für jede Empfehlung.

  • Laut energie-fachberater.de gehören ein Keller ohne Abdichtung und durchnässte Sockeldämmung zu den typischen Schwachpunkten.

  • Die Verbraucherzentrale NRW rät bei älteren Fertighäusern vor der Sanierung zu Materialanalysen.

  • Beim Dämmen alter Fertighäuser rät fertighaus.de dringend zu einer Dampfdiffusionsberechnung.

  • Laut energie-fachberater.de ist das Dach die Stelle, an der sich ein altes Fertighaus am einfachsten nachdämmen lässt.

  • Veraltete Haustechnik zählt laut energie-fachberater.de zu den typischen Baustellen und gehört in dieselbe Planung.

  • Gefördert wird nur, wenn der Antrag vor Vorhabenbeginn gestellt ist; Planung und Beratung dürfen vorher stattfinden.

von 10 erledigt

Haken Sie ab, was erledigt ist. Gespeichert wird nichts.

Alle zehn Aufträge erledigt: Jetzt liegt eine Grundlage auf dem Tisch, auf der sich über Maßnahmen für Ihr Fertighaus fundiert sprechen lässt.

Welche Phase steht bei Ihrem Fertighaus an?

Der Fachbetrieb sichtet mit Ihnen die Unterlagen, ordnet die Bauart ein und bespricht, welche Prüfungen vor einer Empfehlung nötig sind.

Prüfplan besprechen

Kostenlos und unverbindlich. Es meldet sich der Fachbetrieb, der diese Website betreibt – Name und Anschrift stehen im Impressum.

Der Phasenplan wirkt langsamer als ein schneller Kostenvoranschlag. Er verhindert aber, dass eine Dämmung auf einer Wand landet, deren Aufbau niemand kennt – ein Fehler, der sich in einer Holztafelwand nur mit großem Aufwand zurückdrehen lässt.

Häufige Fragen

Wie lange dauert der ganze Ablauf?

Eine Gesamtdauer lässt sich ohne Blick auf Ihr Haus nicht seriös nennen. Feste Fristen gibt es erst bei der Förderung: Die TPB-ID für den BAFA-Antrag ist zwei Monate gültig, der Bewilligungszeitraum beträgt 36 Monate ab Zuwendungsbescheid.

Darf ich Angebote einholen, bevor der Förderantrag gestellt ist?

Ja. Planung und Beratung dürfen vor dem Antrag stattfinden. Als Vorhabenbeginn gilt erst der Abschluss eines Liefer- oder Leistungsvertrags für die Ausführung – und dieser Vertrag muss eine Bedingung zur Förderzusage enthalten.

Wer erstellt die technische Projektbeschreibung?

Für Dämmung, Fenster und Lüftungsanlagen ein Energieeffizienz-Experte, für die Optimierung der Heizung wahlweise auch ein Fachunternehmen. Den Antrag im BAFA-Portal stellen Sie danach selbst oder über eine bevollmächtigte Person.

Brauche ich für das Fertighaus einen Sanierungsfahrplan?

Vorgeschrieben ist er nicht. Er ordnet die Maßnahmen in Pakete und eine sinnvolle Reihenfolge. Den iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten gibt es seit 21.07.2026 beim Einfamilienhaus allerdings nur auf förderfähige Ausgaben oberhalb von 30.000 €.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale NRW: Fertighaus aus den 70er Jahren (Ausgabe 25.04.2025)
  2. fertighaus.de: Alte Fertighäuser zusätzlich wärmedämmen (Ausgabe 19.02.2025)
  3. energie-fachberater.de: Sanierung von alten Fertighäusern (Ausgabe 21.09.2026)
  4. BAFA: Bundesförderung der Energieberatung für Wohngebäude (Ausgabe 30.04.2026)
  5. BAFA: Informationen zur Antragstellung (Ausgabe 05.10.2026)
  6. Bundesanzeiger: Richtlinie BEG Einzelmaßnahmen vom 17.08.2026 (BAnz AT 27.08.2026 B1) (Ausgabe 27.08.2026)
  7. BAFA: Gebäudehülle (Ausgabe 07/2026)

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